Handbuch

Um Ihnen den Einstieg in die ehrenamtliche Tätigkeit als Helfer zu erleichtern und einen Überblick über die verschiedenen Aufgaben eines Helferkreises zu geben, haben wir dieses Dokument erstellt. Damit möchten wir Ihnen einen Überblick über verschiedene Themen und Leistungen sowie die entsprechenden Ansprechpartner im Landkreis Bad Tölz – Wolfratshausen geben. Die Themen rund um das Asylverfahren unterliegen häufigen Anpassungen und Änderungen. Wir werden relevante Änderungen zeitnah in dieses Dokument integrieren und es dann in einer aktualisierten Version veröffentlichen. Die jeweils aktuelle Version dieses Dokuments können Sie von dieser Internetseite herunterladen.
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Versicherungsschutz für ehrenamtliche Helfer
Die bayerisches Staatsregierung hat mit der Versicherungskammer Bayern eine Sammel-Haftpflicht- und eine Sammel-Unfallversicherung für ehrenamtlich / freiwillig Tätige abgeschlossen. Die Versicherung ist antrags- und beitragsfrei. Die Kosten trägt der Freistaat Bayern.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Asylhelfer

Es werden inzwischen von verschiedenen Institutionen Weiterbildungsmöglichkeiten speziell für Asylhelfer angeboten. Aktuelle Angebote dazu veröffentlichen wir immer wieder auf unserer Internetseite unter https://asylinwor.wordpress.com/informationen-fuer-asylhelfer/weiterbildungen-fuer-asylhelfer/

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KAPITEL 3 – Grundbegriffe zum Thema Asyl

Asylantrag, Erstverteilung und Unterbringung

Das Asylrecht in Deutschland sieht vor, dass ein Asylverfahren beginnt, sobald sich eine Person als Asylsuchend zu erkennen gibt. Die Details zum Ablauf des Asylverfahrens sind im Asylverfahrensgesetz festgelegt. In der Regel muss der Asylbewerber seinen Antrag persönlich bei einer Außenstelle des BAMF stellen. Entsprechend erfolgt zunächst die Überweisung in eine Erstaufnahmeeinrichtung. Nach dem Verteilungsschlüssel, dem sogenannten Königsteiner Schlüssel, werden die Asylsuchenden in das zuständige Bundesland und die dort zuständigen Einrichtungen weitergeleitet. Während der Antragstellung erfolgt eine nicht-öffentliche Anhörung zu der das BAMF einen Sprachmittler einlädt. Während der Antragstellung wird der Asylbewerber über seine Rechte und Pflichten innerhalb des Asylverfahrens aufgeklärt, diese wichtigen Informationen werden ihm in seiner Sprache schriftlich ausgehändigt.
Das BAMF legt eine elektronische Akte an und erfasst die persönlichen Daten. Alle Asylantragsteller, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, werden fotografiert und es werden von ihnen Fingerabdrücke genommen (erkennungsdienstliche Behandlung). Die Maßnahmen geben Aufschluss darüber, ob sich der Asylbewerber bereits zu einem früheren Zeitpunkt – eventuell unter anderem Namen – in Deutschland aufgehalten hat oder ob ein anderer europäischer Staat für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sein könnte.
Bei der Antragstellung wird ein Ausweisdokument, die Aufenthaltsgestattung, ausgestellt. Die Aufenthaltsgestattung muss der Antragsteller immer bei sich tragen und bei Personenkontrollen der Polizei vorlegen.
Minderjährige Schutzsuchende, die ohne Begleitung eines für sie verantwortlichen Erwachsenen sind, werden vom örtlich zuständigen Jugendamt in Obhut genommen. Vom Gericht wird ein Vormund bestellt. Dieser bespricht im anschließenden Abklärungs- oder „Clearingverfahren“ die Situation des unbegleiteten Minderjährigen umfassend mit den beteiligten Behörden auf Landesebene: der Ausländerbehörde und anderen, wie beispielsweise Wohlfahrtsverbände, oder Kirchen. Unter anderem wird im „Clearingverfahren“ entschieden, ob ein Asylantrag gestellt wird.
Nach der Antragstellung erfolgt die Unterbringung in zentralen oder dezentralen Quartieren, welche durch den Landkreis nach den Bestimmungen des Aufnahmegesetzes (AufnG) und der Asyldurchführungsverordnung (DVAsyl) bestimmt wurden.

Anhörung
Die Anhörung ist grundsätzlich nicht öffentlich. Beteiligt sind der Antragsteller, sein Verfahrensbevollmächtigter (Rechtsanwalt, Vormund) und der Entscheider des BAMF. Ein Dolmetscher dient als Sprachmittler. Auf Wunsch kann der Asylbewerber einen Vertreter des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) an seiner Anhörung teilnehmen lassen. Weitere Personen können nur teilnehmen, wenn der Asylbewerber und das BAMF zustimmen.
Die Anhörung ist der wichtigste Termin des Antragstellers innerhalb seines Asylverfahrens. Während der Anhörung muss der Antragsteller selbst seine Fluchtgründe schildern, d. h. alle Tatsachen vortragen, die seine Furcht vor Verfolgung oder die Gefahr eines ihm drohenden ernsthaften Schadens begründen (§ 25 AsylVfG). Er muss auch alle sonstigen Tatsachen und Umstände schildern, die einer Rückkehr in sein Heimatland entgegenstehen.
Zu Beginn der Anhörung stellt der Entscheider auch Fragen zu den persönlichen Lebensumständen des Antragstellers. Der Asylbewerber ist verpflichtet, wahrheitsgemäße Angaben zu machen und Beweismittel vorzulegen, sofern er solche hat bzw. beschaffen kann. Wie lange eine Anhörung dauert, hängt maßgeblich vom individuellen Verfolgungsschicksal ab. Über die Anhörung wird eine Niederschrift angefertigt, die alle wesentlichen Angaben des Antragstellers enthält. Der Antragsteller erhält eine Kopie der Niederschrift.
Die Zeitdauer bis zur Anhörung über den Asylantrag kann von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren dauern.

Entscheidung über den Asylantrag

 

Abbildung 1: Ablauf des deutschen Asylverfahrens

Aufgrund der Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erfolgt eine schriftliche Entscheidung über den Asylantrag. Abbildung 1 zeigt eine Übersicht der Entscheidungsoptionen. Nachfolgend werden die Begriffe Flüchtling, Asylberechtigter, subsidiär Schutzberechtigter sowie Abschiebungsverbot kurz erläutert.

 

Das nachfolgende Kapitel 4 beschreibt die Leistungen während des Asylverfahrens.
Nach dem Entscheid über den Asylantrag ändern sich einige dieser Leistungen. Einen groben Überblick darüber gibt Kapitel 5. Jedoch gibt es verschiedene Ausnahmen, welche nicht alle hier betrachtet werden können.

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KAPITEL 4 – Leistungen bis zum Entscheid des Asylantrags

Asylsozialberatung

Alle Asylsuchenden und Flüchtlingen können kostenlos eine soziale Beratung zu folgenden Themen in Anspruch nehmen:
• Umgang mit Behörden und karitativen Einrichtungen
• Hilfe bei der Betreuung und schulischen Eingliederung von Kindern und Jugendlichen
• Hilfe bei der Anmeldung in Kindergärten und stellen der Kostenanträge
• Beratung über die rechtliche Situation und bei Bedarf Vermittlung von Rechtsanwälten
• Förderung der Bereitschaft zur Rückkehr (Rückkehrberatung)
• Hilfe in besonderen Lebenslagen (Krankheit, Traumatisierung, Behinderung Krisensituationen)


Soziale Leistungen

Unterkünfte
Grundsätzlich sind Asylbewerber nach §53 Abs. 2 des Asylverfahrensgesetz (AsylVfG) dazu verpflichtet, in den ihnen zugewiesenen Unterkünften zu wohnen.
Eine private Wohnsitznahme und damit die Entbindung von der Verpflichtung, in einer Asylunterkunft zu wohnen, kann auf Antrag abgesehen werden, wenn der Asylbewerber keine Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz mehr benötigt. Dies kann durch ein eigenes Einkommen bzw. durch Einkommen des Ehegatten möglich sein.
Schäden an bzw. in den Unterkünften müssen an das Landratsamt gemeldet werden. Nachfolgend die Ansprechzeiten und Kontaktmöglichkeiten beim Landratsamt.

 

Residenzpflicht
Die Residenzpflicht ist eine Auflage für Asylbewerber die sie verpflichtet, sich nur in dem von der zuständigen Behörde festgelegten Bereich aufzuhalten. Seit Januar 2015 wurde die Residenzpflicht gelockert. Sie gilt nun nur noch für die ersten 3 Monate nach Stellung des Asylantrags. Jedoch sind die Auflagen in der Aufenthaltsgestattung zu beachten. In begründeten Fällen kann bei der zuständigen Behörde eine Verlassenserlaubnis beantragt werden.

Monatliche Leistungen
Asylbewerber erhalten während des Asylverfahrens Grundleistungen entsprechend dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) .

Die nachfolgenden Grundleistungen werden aktuell erbracht:
• Kosten der Unterkunft einschließlich Nebenleistungen (z.B. Strom, Heizung, Wasser) sowie Innenausstattung, Haushaltsgeräte und Haushaltsausstattung (Sachleistungen)
• Sicherstellung des soziokulturellen Existenzminimums (Taschengeld)
• Sicherstellung des physischen Existenzminimums (Grundleistung)

Die Höhe der Unterstützung ist unter anderem vom Alter und dem Familienstand des Asylbewerbers abhängig. Die Leistungsbescheide werden für jede Bedarfsgemeinschaft extra berechnet.
Sofern ein Konto vorhanden ist, kann die monatliche Auszahlung auf ein Bankkonto erfolgen. Für diejenigen, die kein Konto haben, findet die monatliche Auszahlung immer am Monatsbeginn im Rathaus statt.
Die genauen Auszahlungstermine werden im Voraus in den Unterkünften per Aushang bekannt gegeben.

Rundfunkbeitrag
Die Asylbewerber sind solange von der Zahlung des Rundfunkbeitrags befreit, solange sie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Die Befreiung ist an die Person gebunden und nicht an die Wohnung. Sollten Schreiben der GEZ ankommen, so sind diese an das Landratsamt – Sozialamt – weiterzuleiten.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist ebenfalls im Asylbewerberleistungsgesetz geregelt. Alle Asylbewerber, die länger als 15 Monate bei uns sind, eine Aufenthaltsgestattung haben und nicht vorbestraft sind, dürfen sich bei einer gesetzlichen Krankenversicherung anmelden. Alle anderen Asylbewerber können einen Arzttermin vereinbaren und der Krankenschein wird vom Arzt direkt beim LRA angefordert. Alle Anliegen müssen zu aller erst dem Hausarzt vorgetragen werden. Dieser stellt dann bei Bedarf eine Überweisung an den Facharzt aus.
Ausgenommen von der Facharztregelung sind ausschließlich:
Kinderärzte, Frauenärzte und Zahnärzte.
Die Zuzahlungspflicht ist grundsätzlich aufgehoben. Das schließt die
Versorgung mit Arzneimitteln sowie sonstige zur Genesung erforderlich Leistungen ein.

 

Weitere medizinische Leistungen:

Vorsorgeuntersuchungen für Kinder
Die Untersuchungen U1 bis U9 sind im Leistungsumfang enthalten. Das beinhaltet auch die amtlich empfohlenen Schutzimpfungen.

Schwangerschaft
Es wird ein Schwangerschaftsmehrbedarf von 17% nach Vorlage des Mutterpasse ab der 12. Schwangerschaftswoche ausbezahlt.
Nach der Geburt des Kindes ist dem Sozialamt eine Geburtsurkunde vorzulegen, erst dann werden die Leistungen für das Kind ausbezahlt. Die Geburtsurkunde beantragt man im zuständigen Standesamt.

Sehhilfen
Brillen werden nach Feststellung der ärztlichen Notwendigkeit bis zum Alter von 18 Jahren übernommen. Der Augenarzt soll eine Brillenverordnung mit Angabe von Dioptrien und Visus ausstellen, die dann im Sozialamt eingereicht werden muss.

Zahnärztliche Behandlungen
Zahnärztliche Behandlungen werden im Notfall durchgeführt. Zahnchirurgische oder kieferorthopädische Behandlungen werden jedoch nur übernommen, sofern das im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist. Der vom Zahnarzt ausgestellte Kosten- und Heilplan wird vom Sozialamt an einen Vertrauenszahnarzt zur Begutachtung weitergeleitet. Daraufhin wird eine Entscheidung der Kostenübernahme getroffen.

Notfälle
Für eine mögliche Notfalleinweisung in ein Krankenhaus ist kein Krankenschein erforderlich. Das Krankenhaus beantragt die Kostenübernahme direkt beim Landratsamt.

Ausbildung und Arbeit
In den ersten 3 Monaten besteht ein Arbeitsverbot. Nach drei Monaten können die Asylbewerber beginnen zu arbeiten, haben jedoch nur nachrangig Zugang zum Arbeitsmarkt (siehe Abbildung 2). Das bedeutet, dass lediglich Stellen verfügbar sind, die nicht anderweitig besetzt werden konnten. Ab dem 16. Monat kann der Zugang zum Arbeitsmarkt ohne Vorrangprüfung erfolgen. Es erfolgt hier lediglich die Prüfung der vergleichbaren Arbeitsbedingungen. In allen Fällen ist eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich. Die Aufnahme einer Ausbildung bedarf der Zustimmung der Ausländerbehörde.
Eine generelle Arbeitserlaubnis gibt es ab dem 48. Monat bzw. ab dem Erhalt der Aufenthaltserlaubnis.

Abbildung 3: Ablauf der Nachrangigkeitsprüfung (Quelle: A. Dollinger)

Eine Tätigkeit nach §5 des Asylbewerberleistungsgesetzes ist von den oben genannten Fristen nicht betroffen. Dies betrifft eine Tätigkeit für staatliche, kommunale oder gemeinnützige Träger, welche hinsichtlich Umfang und Zeit sonst nicht verrichtet würde. Für die hierbei geleistete Arbeit wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt, welche den Betrag von 1,05 Euro pro Stunde nicht übersteigen darf.

Sprach- und Integrationskurse

Während der Laufzeit des Asylantrags werden Sprachkurse nur für Asylbewerber aus
Syrien, Eritrea, Irak und Iran finanziert. Für Asylbewerber aus anderen Herkunftsländern nehmen die durch ehrenamtliche Helfer angebotenen Deutschkurse weiter einen sehr hohen Stellenrang ein, denn das Erlernen der deutschen Sprache ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration und die Übernahme einer Beschäftigung. Diese durch ehrenamtliche Helfer durchgeführten Kurse werden lokal angeboten und können individuell an die Anforderungen der Teilnehmer angepasst werden.

Kinder

Besuch von Krippen und Kindergärten

Das Recht auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung besteht genauso für deutsche Kinder wie auch für die Kinder der Asylbewerber. Auch die weiteren Leistungen der Jugendhilfe (wie zum Beispiel Erziehungshilfen) werden vom Kreisjugendamt übernommen. Diese ist gleichzeitig auch für den Kinderschutz bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung zuständig.
Für Kinderkrippen und Kindergärten ist bei der jeweiligen Einrichtung ein Antrag zu stellen. Anschließend muss ein Antrag auf Kostenübernahme beim zuständigen Jugendamt gestellt werden. Dabei ist zu beachten, dass aktuell eine Betreuungszeit bis höchstens 5 Stunden pro Tag übernommen wird.

Schulbesuch

Die allgemeine Schulpflicht gilt nach einem dreimonatigen Aufenthalt auch für die Kinder der Asylbewerber bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres. Der Schulbesuch erfolgt grundsätzlich in der Schule des jeweiligen Wohnorts. Im Rahmen der Leistungen für Bildung und Teilhabe (Bildungspaket) bestehen Förderungsmöglichkeiten etwa bei der Übernahme der Gebühren für den Schulhort und Kosten für ein gemeinschaftliches Mittagessen in der Kindertagesstätte und Schule, der Förderung für Ausflüge, Übernahme der Kosten für die Teilnahme an Sport- und Kulturangeboten oder für Nachhilfeunterricht sowie sonstigem Schulbedarf.

Antrag auf Leistungen zu Bildung und Teilhabe

Der BuT Antrag ist beim Sozialamt einzureichen. Es werden bei Kindern bis 18 Jahren folgende Leistungen unterstützt:
– Ausflüge der Schule / Kindertageseinrichtung
– Mehrtägige Klassenfahrten
– Ergänzende angemessene Lernförderung (Bestätigung der Schule erforderlich)
– Gemeinschaftliches Mittagessen in der Schule / Kindertageseinrichtung
– Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben (z.B. Mitgliedsbeiträge, Unterricht in künstlerischen Fächern, Teilnahme an Freizeiten)

Wichtige Regeln zum Stellen eines richtigen Antrags:
• Es kann nur eine Leistung pro Antrag beantragt werden
• Wenn etwas fehlt, gibt das Landratsamt dem Antragsteller Bescheid
• Anträge müssen im Original eingereicht werden, Fax gilt nicht!
• Alle Kosten müssen durch eine Rechnung belegt werden!
• Antrag wird nicht rückwirkend bezahlt => also rechtzeitig (z.B. VOR dem
Schulausflug) stellen!
Der Antrag auf Leistungen für Bildung und Teilhabe kann von der Internetseite des Landratsamtes heruntergeladen werden:
http://www.lra-toelz.de/fileadmin/pdf/Behoerdenleistungen/Notfaelle_Lebenskrisen/NL_BuT_Antrag_01.07.2011.pdf

Eltern-/Kindergeld
Während des Asylverfahrens besteht kein Anspruch auf Kinder- oder Elterngeld.

Sportversicherung

Viele Vereine bieten bereits spezielle Sportangebote für Flüchtlinge und Asylbewerber an. Damit durch diese Angebote nicht auch noch zusätzliche finanzielle Belastungen auf die Vereine zukommen, übernimmt der Bayerischer Landes-Sportverband (BLSV) die kompletten Kosten für eine pauschale Sportversicherung aller Flüchtlinge und Asylbewerber, die an Angeboten der BLSV-Mitgliedsvereine teilnehmen.

Die Versicherung ist gültig für alle BLSV-Mitgliedsvereine. Abgedeckt sind Unfall- und Haftpflichtschäden im Rahmen der aktuellen Sportversicherung, die der BLSV für seine Vereine mit der ARAG abgeschlossen hat. Wichtigstes Gebot ist dabei die unbürokratische Abwicklung.

Sollten die Flüchtlinge und Asylbewerber allerdings länger im Verein bleiben und am Spiel- oder Mannschaftsbetrieb teilnehmen, müssen sie als Mitglieder gemeldet werden. Sonst kann für sie keine Startberechtigung oder ein Spielerpass beantragt werden. Über diese Anmeldung sind sie dann ohnehin in der standardmäßigen Sportversicherung des BLSV versorgt.

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KAPITEL 5 – Leistungen nach der Entscheidung über den Asylantrag

Einführung
Mit dem Entscheid über den Asylantrag enden die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz AsylbLG. Um – wenn benötigt – jedoch weiter staatliche Unterstützung zu bekommen, sind einige Punkte zu beachten, welche nachfolgend kurz beschrieben sind. Dabei ist zu beachten, dass es auch Ausnahmefälle gibt, bei denen abweichende Regelungen und Verfahren zur Anwendung kommen, die jedoch nicht hier in allen Optionen betrachtet werden. Im Folgenden sind nun die in der großen Mehrzahl notwendigen Schritte kurz beschrieben.

Fotograf
Für einige der folgenden Anträge wird ein Passfoto (biometrisch) benötigt. Deshalb ist es sinnvoll, sich zunächst einige Passbilder anfertigen zu lassen.

Krankenkasse
Mit dem Brief über den Entscheid des Asylantrags sollte man sich bei einer Krankenkasse anmelden, um dort eine Versicherungsnummer zu erhalten. Dabei wird bereits das erste Passfoto benötigt. Wir haben hier im Landkreis gute Erfahrungen mit den örtlich ansässigen Krankenkassen gemacht (z.B. AOK in Geretsried, Egerlandstraße 71 und Bad Tölz, Jahnstraße 6)

Bankkonto
Um später Leistungen beziehen zu können, die nun nicht mehr im Rathaus ausgezahlt sondern auf ein Konto überwiesen werden, ist es notwendig, ein Bankkonto (Guthabenkonto) einzurichten. Dabei haben wir mit der Sparkasse Bad Tölz – Wolfratshausen gute Erfahrungen gemacht, da diese über 33 Filialen und SB-Standorte verfügt.

Antrag auf Aufenthaltstitel
Für jede Person ist, unabhängig vom Alter, ein ‚Antrag auf Aufenthaltstitel‘ auszufüllen und mit einem biometrischen Passfoto zu versehen. Die Anträge sind beim lokalen Einwohnermeldeamt erhältlich und müssen auch dort wieder abgegeben werden. Das Landratsamt vereinbart dann einen Termin für eine persönliche Vorsprache.

Jobcenter
Es empfiehlt sich, umgehend nach Erhalt des Bescheids des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge einen Antrag auf Grundsicherung für Arbeitsuchende (ALG ll) zu stellen, da mit Ablauf des Monats der rechtskräftigen Entscheidung des BAMF der Leistungsanspruch nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) endet. Bei festgestellten sonstigen Abschiebungshindernissen endet der Leistungsanspruch nach dem AsylbLG erst mit Erhalt der Aufenthaltserlaubnis.
Um Leistungen nach ALG ll zu erhalten, muss persönlich im Jobcenter ein entsprechender Antrag gestellt werden. Die benötigten ALG ll Formulare sowie entsprechende Ausfüllhinweise, Merkblätter und Informationen gibt es auf der Internetseite der Arbeitsagentur: http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Formulare/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI516946

Nach dem ersten Gespräch werden die Daten des Antragstellers erfasst und es wird sofort ein Termin beim zuständigen Arbeitsvermittler vereinbart. Hier werden dann die weiteren Schritte für eine Integration in den Arbeitsmarkt besprochen. Es empfiehlt sich beim ersten Gespräch ausreichend Zeit mitzubringen, da die Beratung und die Aufnahme der Daten unter Umständen sehr zeitaufwändig ist. Eine Terminvereinbarung ist nicht erforderlich. Die Ausweispapiere sind unbedingt mitzubringen!

Nach Genehmigung des Antrags ist für die weitere Betreuung der persönliche Leistungssachbearbeiter zuständig.

Kindergeld
Die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit ist zuständig für die Zahlung von Kindergeld und Kinderzuschlag. Ein Antrag auf Kindergeld ist bei der zuständigen Familienkasse einzureichen.
Informationen über die wichtigsten Regelungen sind unter dem nachfolgenden Link zu finden:
http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/FamilieundKinder/KindergeldKinderzuschlag/index.htm

Ausländeramt
Das Ausländeramt wird nach Bearbeitung des Antrages einen Termin zusenden, bei dem alle Antragsteller anwesend sein müssen. Bei diesem Termin werden u.a. Fingerabdrücke genommen.

Wohnberechtigungsschein
Anträge auf Vormerkung und Wohnberechtigungsscheine werden bei der jeweiligen Wohnsitzgemeinde per Formblatt beantragt. Die Anträge sind bei den Gemeinden erhältlich.
Weitere Informationen dazu sind unter dem nachfolgenden Link zu finden
http://www.stmi.bayern.de/buw/wohnen/

Integrationskurse
Das Bildungskolleg Weilheim und das bfz führen die Integrationskurse durch, zu welchen eine Einladung durch das Jobcenter zugesendet wird. Es erfolgt zunächst eine Einstufung durch den Anbieter, um den jeweils richtigen Kurs zu ermitteln. Kursorte im Landkreis sind Bad Tölz, Geretsried und Wolfratshausen.
Bei der Suche nach einem Integrationskurs kann auch die AWO Migrationsberatung unterstützen.
AWO Migrationsberatung
Außenstelle Geretsried
Jeschkenstr. 30
82538 Geretsried
Tel.: 08171 – 344 9440

Öffnungszeiten in Geretsried:
Montag und Donnerstag 13:00 – 16:00 Uhr
Mittwoch 13:00 – 15:00 Uhr
Weitere Termine nur nach Vereinbarung

Mehr Informationen gibt es unter
http://www.bildungskolleg.de/main/integrationskurse

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Anhang – Formulare, Links und Literatur

Formulare

Antrag auf Leistungen für Bildung und Teilhabe
http://www.lra-toelz.de/fileadmin/pdf/Behoerdenleistungen/Notfaelle_Lebenskrisen/NL_BuT_Antrag_01.07.2011.pdf

ALG ll Formulare
http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Formulare/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI516946

Kindergeld Formulare
http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Formulare/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI516433

Links im Internet

Landratsamt Bad Tölz – Wolfratshausen
http://www.lra-toelz.de/buerger/behoerdenleistungen/gesellschaft-familie/auslaendische-mitbuerger/

Portal für Asylhelfer in Bayern
http://www.asylhelfer.bayern

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF
http://www.bamf.de/

Pro Asyl e.V.
http://www.proasyl.de

Linksammlung zum Thema Asyl, gepflegt durch die European Homecare
GmbH
http://www.asyl.de

Asylbewerberleistungsgesetz
http://www.gesetze-im-internet.de/asylblg/index.html

Asylverfahrensgesetz
http://www.gesetze-im-internet.de/asylvfg_1992/index.html

Bayerischer Flüchtlingsrat
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/

Kostenlose Rechtsberatung
http://www.lawclinicmunich.de/

Rechtshilfe für Ausländerinnen und Ausländer

Literatur

Ausländerrecht, 28. Auflage 2015,
Beck-Texte im dtv
ISBN-13: 978-3423055376

Im Meer schwimmen Krokodile
Eine wahre Geschichte von Fabio Geda
ISBN-13: 978-3813504040


Hinweise, Rechtliches und Impressum

Das Redaktionsteam ist um die Richtigkeit und Aktualität der in diesem Dokument bereitgestellten Informationen bemüht. Trotzdem können Fehler und Unklarheiten nicht völlig ausgeschlossen werden. Es kann deshalb keine Gewähr für die Aktualität, die Vollständigkeit oder die Qualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Für Schäden materieller oder immaterieller Art, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen unmittelbar oder mittelbar verursacht werden, hafte ich nicht, sofern mir nicht nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden zur Last fällt. Für Hinweise auf Fehler oder Unklarheiten bin ich dankbar. Schreiben Sie bitte an asylinwor@web.de mit dem Betreff: “Ratgeber für Asylhelfer“.
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Herausgegeben von
Redaktionsteam Asylhelfer des Landkreises Bad Tölz – Wolfratshausen
Email: asylinwor@web.de
Telefon: 0160 7711 239